Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb ihrer Eltern, zudem verdiente sie Geld mit Schneidern und Spinnen.

Ella Müller war Luftschutzhelferin und spielte in einer Mannschaft Korbball. Sie traf sich gern mit Freundinnen und Freunden, ging gerne aus. Nachdem sie ihren späteren Ehemann Albert Müller kennenlernte, bemühte sie sich um einen guten Kontakt zu seiner Familie. Über ihr Leben nach dem Krieg und wann sie verstarb, ist nichts bekannt.

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Ich war heute bei Käthe, sie hatte Geburtstag, doch im vorigen Jahr hat es noch bis zum Kuchen gereicht, doch in diesem Jahr nicht mehr zum satt essen, was sind wir blos für glückliche Menschen, die noch genug haben, doch auch bei uns darf der Krieg[...]
Heute morgen erhielten wir Post von meinem Bruder, aus Herford, bei Bielefeld, dem Schreiben nach, sind die wohl schon halb auf dem Weg zur Front.
… ich frag mich immer, wird es überhaubt noch einmal wieder Frieden und damit schön auf Erden, es sieht jetzt gar nicht danach aus.
Du denkst wohl auch, das ist aber eine treulose Tomate, schreibt nicht einmal, doch ich hatte wirklich keine Zeit. Mutti ist wieder ein paar Tage krank gewesen …
… und es könnte doch alles so unsagbar schön sein, wenn die Menschen sich vertragen würden.
Du da gab es wieder viel neues von Annes Freunden … warum sie wohl gerade den haben will. Der nach meiner Ansicht nicht mehr zu haben ist. Sie soll man lieber den nehmen, der Sie möcht.
Du schreibst nun so einfach wenn ich es nicht glaube daß Du mich lieb hast, soll ich gehen … Ja ich bin wirklich ein Unmensch, das ich Dir immer wieder etwas von andern Männern schreibe, ich kann jedoch wirklich nicht begreifen warum Du so[...]
ich denk ja schon mit Grauen daran, wenn er am Sonnabend wieder weg muß, nach Düsseldorf ja und dann gehts wohl, ob wir es wollen oder nicht, nach Rußland.
Werner sagt auch, da mußt nun erst eine Reise nach Rußland machen, und Dir so ein par Splitter in den Körper jagen lassen, um nur einmal Urlaub zu kriegen, er meint er hat großes Glück gehabt, das er über haubt nach Deutschland gekommen ist.
Ob der Tommi nun wohl heute nacht wohl auch wieder kommt. hoffendlich kommen die nicht auch einmal bei uns so, wie in Rostock und Lübeck, bis jetzt haben wir ja kaum und garnichts davon gemerkt
Eben spielt das Radio „hörst Du mein heimliches rufen“ ob Du es auch hörst? Dann soll es Dir zum Geburtstag sein, und sonst wünsch das Du etwas ganz feines nettes träumst, und das dann auch in erfüllung geht. vor einem Jahr hast Du Dir sicher auch[...]
Morgens war ich wieder wieder Korbball spielen, fein, Du, wir haben alle Spiele gewonnen.
... es hat ja schon immer zwei sorten von Frauen gegeben ... was geht das mir an, wenn die Ihre Männer betrügen ... Mit Deinen Nummern bist wohl durch einander gekommen, doch mag nichts, fang man bei 1 wieder an, denn so weit kann man ja auch nicht[...]
Ja mein lieber [Albert], wenn ich ehrlich sein soll, verstehe ich Deinen Brief nicht, daß wäre also noch einmal verzicht, von Deiner Seite, doch bitte mal eine Frage, was willst Du dann eigendlich noch von mir? Warum schreibst Du dann eigendlich noch[...]
Erst muß ich wohl einmal fragen, ob Du mir auch noch böse bist, ich meine von wegen der dummen Briefe, oder bist Du nun endlich ein wenig schlauer geworden, na, ich werd ja sehen, in den kommenden Briefen,
Weißt Du [Albert], dieses mal hast Du Dich aber viel eingebildet, ich wollt Dich garnicht eifersüchtig machen, ich habe es damals so neben bei geschrieben, weil ich gerade am selben Tag, auch vom Unbekannten Soldaten einen Brief bekam, wenn ich das[...]
Lieber [Albert], Heute ist ja nun Ostern und es ist wieder wie vor einem Jahr. Du bist da und ich bin hier, vor einem Jahr, haben wir uns wohl auch nicht träumen lassen, daß uns noch so eine lange Zeit zum warten [sic] bliebe,
Sonntag war ja nun tag der Wehrmacht und Dein [Ella]chen war ganz braf zu Haus, das hast wohl nicht gedacht, doch ich war so entsetzlich müde, der Tommi hatte uns ja wieder zuschaffen gemacht, da wollte ich von Soldaten nichts sehen, nur ein‘s[...]
[…] ich hoffe ja, daß Du Dich nicht mehr darüber ärgerst, weißt doch, wie wir zu einander stehen. Denn ich bin in einer Woche schon mit drei verschiedene Gebirgsjäger aus gewesen, traurig aber wahr, […] frech war ja der Unteroffiz. von Gestern Abend[...]
Mit unter möchte ich weinen, warum sind wir blos in so einer Zeit gebohren und alles sieht so dunkel aus, als wird es ni wieder schön,
Wo ich gerade beim Lande bin, weißt Du was die Leute erzählen, alle die Truppen die von ersten Tagen im Osten stehen, sollen ein viertel Jahr in die Heimat, und dann nach England, […] schade ist nur, daß ich selbst kein Wort davon glauben kann.
Lieber [Albert] ich war heut in Hbg und habe noch etwas Briefpapir [sic] bekommen Da nun Ihr es besonders wenig habt schick ich es Dir kannst es hoffendlich [sic] gebrauchen.
Nur das fahren nach Hbg macht kein Spaß mehr, alle Züge sind überfüllt, und abens kannst nicht wieder raus kommen, es fahren ja auch zu wenig Züge, und dann alle die Soldaten wollen auch nicht im Dorf bleiben.
Der Winter macht uns was zu schaffen, drei Tage haben wir schon keine Kartoffel mehr, und das jetzt schon, wann gibt es noch neue Kartoffel, vor mitte April können wir doch keine pflanzen. Ja, Ja der Krieg macht sich bemerkbar, an allen enden, wenn[...]