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[LBR-420112-006-01]
Briefkorpus

Hbg Lohbrügge d 12.1.2 42

Lieber [Albert],

Deinen lieben Brief vom 1.1.42 auch die Karte vom Altenjahr ist heut morgen angekommen. Doch leider ist es mir jetzt nicht möglich die Karte zu beantworten, meine Zeit ist sehr kurz doch im Ganzen läßt die Karte nichts zu Wünschen übrig, na, ich kann ja viel Spaß vertragen.

Also eins ist von den Pächen [Päckchen] schon angekommen, da kann man ja hoffen, daß das andere auch noch ankommt, wenn es sich nicht beeilt, sind die, die jetzt ab gehen noch eher da.

Wie ich Silvester verbracht hab, weißt Du ja, das Beste ist immer man schläft hin ein.

Na wenn Ihr dann eine Frau beim Film habt werden sicher die Filme bei Euch auch nicht wenig, solche haben wir uns jetzt auch zu gelegt, sonst ist kann man ja den Kasten auch in den Schrank legen, für Geld ist nichts zu haben.

Ha, bei Euch ist es so kalt, na, wenn es hoch kommt haben wir 9°-10° weißt Du, und dann frier ich, wenn ich raus komme, doch nach her ist es ganz angenehm.

Weißt Du heut habe ich noch viel vor, Gretchen kommt am Sonntag zu mir, und nun will ich Anne auch noch schreiben, ob sie nicht lust hat auch zu kommen, das ich einen Korb kriege weiß ich, doch hoffendlich mit Inhalt, leere hab ich schon von Anne so viele. na, ich bin ja in diesen Fall Kummer gewohnt na, und dann Du wirst sicher staunen, will ich zum Turnen, weißt Du hingehen mag ich garnicht mehr, wahr schon 1 ¼ Jahr nicht mehr da doch einmal muß man ja wieder anfangen!

Dann die andern Tage bin ich wieder Schneiderin, ein par Tage nach Bergedorf, zu meiner Tante, und nach Büchen, lußt hab ich in diesem Jahr garnicht, kann Stunden lang auf meine Arbeit sehen, und keine Stich machen, immer gehen meine Gedanken aufs Reisen, dann denk ich an Dich, und dann an meine Bruder, wo mag er wohl sein? Doch nun sei nicht traurig das ich auf halte zu schreiben. Die Uhr ist 7 ben und ich muß machen, sonst komme ich noch zuspät, lass man [Albert], wenn ich auch nicht hier im Hause bin, so sind meine Gedanken oft bei Dir, doch nun sei herzlichst gegrüßt und geküßt, schlafe recht nett in Deinem Himmelbettchen und träum von

Deiner [Ella].

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Autor Ella Müller
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Über den Autor

Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil