№ 24
Hbg Lohbrügge d 7.3.42.
Mein lieber [Albert],
ich weiß ja nicht, ob heute aus meiner Schreiberei viel wird, eigendlich [sic] weiß ich nichts, doch ich möchte Dir doch gerade jetzt viel und auch etwas liebes schreiben. Morgen ist ja nun Sonntag, vor einem Jahr warst Du auf Urlaub, doch das weißt Du ja selbst am Besten. ich war in Lauenburg, es waren ja da schon ein paar herliche [sic] Frühlingstage, wenn ich bedenke, daß wir so gar durch unsere Dünen gegangen sind, heute glaube ich, wäre es uns nicht eingefallen, bei dem Schnee und der Kalte. Du erzählst mir in Deinem Brief № 18 das [sic] Du nachts von mir geträumt hast. was den [sic] Lieber, etwas nettes feines, warum darf ich es denn nicht wissen? Oder erzählst Du mir das lieber selbst im Urlaub. Ob ich schon einmal von Dir geträumt habe, wirklich eine sehr dumme Frage, ich verfüge leider nicht über die Eigenschaft, am Tage noch zu wissen, was nachts im Traum war, doch an zunehmen wäre es wirklich, wo meine Gedanken, beim einschlafen, doch immer bei Dir sind. ich habe so gar eine nacht viele mal gerufen „kommt auf keinen Fall in frage“ nur weiß ich nicht, mit wem ich da wieder zusammen war, mit einer Kundin oder etwa mit Dir. Weißt Du Morgen muß ich ja nun schon vor 8 Uhr in Hamburg sein. ich kann nicht begreifen, warum die Korbballspiele schon so früh angesetzt werden, und dann noch am Sonntag, bin ja gespant [sic] wie lange es dauert, ob ich wohl noch zu Gretchen komme, wer wohl diese Spiele gewinnt ich hoffe wir!k
Heute Morgen, erhielt ich von Tudi E. einen Brief, war ganz erstaunt, wo ich doch mit Anne nichts gehabt habe, Sie fragt an, ob wir nicht einmal zusammen ausgehen wollen, Anne hätte zu nichts lust [sic], und in Escheburg vertrocknet man sonst ganz, warum nicht, wo wir doch jetzt so schön gelegenheit dazu haben, all die Edelweiß Soldaten, blos verstehen kann man die so schwer, sprechen wie Auslandsdeutsche, wenn ich auch gern einmal mit Tudi gehe, aber als Freundin möcht ich Sie nicht geschenkt haben, die kann ja nicht einmal wenn es not tut, Ihren Mund halten. Doch mit Anne wird sich das schon wieder zurecht laufen. Sie hat ja bald Geburstag [sic] dann werden wir uns wohl wieder aussöhnen. Von meinem Bruder haben wir noch keine Nachricht wieder, wir hoffen auf Montag. Nun ist der Bogen doch voll geworden. Hoffendlich [sic] verlebst Du den Morgigen Sonntag recht angenehm und Dir wünsch ich alles Gute und viele Küsset
Deine [Ella]
- Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil