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[LBR-420309-005-01]
Briefkorpus

Im Osten den 9. März 1942

Liebe gute [Ella]!

Es tut mir ja leid daß ich Dich wieder habe solange auf Post warten lassen. Habe aber wirklich nicht eher Zeit gehabt.

Deinen lieben Brief vom 24.2. habe ich gestern erhalten. Vielen Dank dafür! Hab mich sehr dazu gefreut. Das Schreiben geht zwar auch nicht so wie es soll, denn meine Fingerspitzen konnten sich komischerweise nicht mit der Kälte vertragen! Genau so meine Tinte. Sie ist ein Eisklumpen geworden.

Nun aber endlich zu Deinem lieben Brief. Also Gretchen war wieder mal bei Dir. Und Ihr hattet Euch wieder mal so viel zu erzählen? Und Du meinst Gretchen hat Dummheiten im Kopf? Ich hab bisher noch nichts davon gemerkt.

Dann warst Du mit Tudi bei „Kaffee-Möller“, wie Du schreibst. Dazu kann ich nur sagen: Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual.

Das glaub mir sicher den Aben [sic] als Du so ganz alleine warst, wär ich gar zu gern bei Dir gewesen. Nicht blos von wegen den Bratkartoffeln und den Eiern –

Und Du möchtest schlafen, wie Dornroschen [sic], bis der Krieg aus ist? Und wenn Du dann aufwachst, hast Du mir da auch eine Rolle bei zugedacht? Wenn ich dann man die Rolle so spielen kann, wie es der Regisseur sich gedacht hat, ist ja alles in Ordnung.

In diesem Sinne grüßt und
küßt Dich herzlich
Dein
[Albert]

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Autor Albert Müller
Korrespondenz Lohbrügge
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Über den Autor

Albert Müller

Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil