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[LBR-420310-006-01]
Briefkorpus

Hbg Lohbrügge d 10.3.42

Lieber [Albert],

Sonntag ist nun vorbei und auch den blauen Montag haben wir hinter uns. Morgen haben wir schon wieder die halbe Woche hinter uns. Ja ja. wie die Zeit vergeht, man merkt es kaum und man wird immer älter. Ich will Dir man mal erzählen wie unser Sonntag verlaufen ist, schön war´s auf der ganzen Linie, natürlich nicht das [sic] wir unsere Spiele zum größten Teil verlohren [sic] haben, das war traurig. Doch wir hatten auch unsere genugtuung. Die andern Vereine, so wie Geesthacht [unklar], haben gegen den Meister, noch mehr verloren. Gegessen haben wir dann im Curio-Haus, war sehr fein, da. und hat auch gut geschmeckt. Nachmittags sind wir im Convent-Garten gewesen, und nun begann das Schöne des Tages, die Darbitungen [sic] waren einfach großartig, wenn auch aus allen Vereinen nur die Besten mit gemacht haben, so war es doch für uns Zuschauer ein schöner Nachmittag, der nicht so schnell wieder zu vergessen ist, doch ein voll besetztes Haus und brausender Beifall, danken die Mitwirkenden für Ihre Mühe.

Nun einmal ganz etwas andres. Käthes Bruder ist aus Rußland auf Urlaub hier, ich hab Ihn heute gesehen, na ich will Ihm bei Gelegenheit einmal fragen wo er war!

Sonntag wollt ich nun mit Tudi aus gehen, doch daraus wird wieder nicht. Gretchen schreibt ich muß am Sonntag zu Ihr kommen, Sie wäre allein und wüßte wieder vieles Neues. Ich möchte blos einmal wissen, wer da gegen ist, das ich mit den Edelweiß Soldaten aus gehen will, immer kommt wieder etwas dazwischen, na, wenn es nicht sein soll, dann nicht.

Sicher langweile ich Dich wieder mit meinem Brief, doch ich weiß wirklich nicht, was ich Dir sonst schreiben soll, das ich Dich gern hab und mich freue wenn Du auf Urlaub kommst, hab ich ja schon einmal gesagt.

Seit ein paar Tagen haben wir Tauwetter, na einmal muß es ja wohl auch Sommer werden, wenn nun der Schnee erst weg geht, es aber in den Garten, es wird dieses Jahr ja so spät mit allem.

Von meinem Bruder haben wir auch noch keine Post, wir hoffen von einem Tag auf den anderen.

Jetzt ist die Uhr 3, der Laden muß auf und zum Unglück muß ich aufpassen, Mutti ist einbischen nach Hbg, Doch Dir wünsch ich bis zum nachsten mal alles Gute und sei vielmals geküsst

von Deiner [Ella].

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Autor Ella Müller
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Über den Autor

Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil