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[LBR-420411-006-01]
Briefkorpus

N. 32

Hbg Lohbrügge I d 11.4.42

Lieber [Albert],

heut ist ja nun Sonnabend und schon wieder eine Woche vorbei. bei uns ist es jetzt wirklich Frühling geworden. es wirt wird ja auch wirklich bald Zeit, denn so etwas von Winter, habe ich bis jetzt noch nicht erlebt, doch jetzt ist alles vorbei und die Sonne lacht wieder. Ja ich weiß garnicht [sic] was ich Dir eigendlich [sic] schreiben wollte oder soll. Erst muß ich wohl einmal fragen, ob Du mir auch noch böse bist, ich meine von wegen der dummen Briefe, oder bist Du nun endlich ein wenig schlauer geworden, na, ich werd ja sehen, in den kommenden Briefen, wie Du den Kram auf gefast [sic], ich bin nun einmal der Ansicht, das [sic] Du garkeinen [sic] Grund hast Dich zu ärgern, weißt doch, wenn man sich ärgert wird man häßlich und was soll dann blos [sic] werden, wenn einmal wieder Frieden ist, jetzt in Rußland braucht Ihr ja nicht gerade hübsch zu sein, oder doch? Morgen will ich nun in´s Kino, nur sagen was da gespielt wird, kann ich Dir nicht, Du wirst nun sicher lachen, ich war zur Post und habe für mein [sic] Bruder ein Paket abgegeben, und so im vorbei gehen habe ich mir dann die Karte gekauft, ich werd Dir später erzählen ob es schön war, in´s Kino gehe ich immer nur aus lange weile, und um die Wochenschau wegen, was soll man denn auch blos [sic] den ganzen Sonntag anfangen.

Mein Bruder geht es schon wieder gut, darf schon wieder ausgehen, nun hoffen wir ja das [sic] er auch einmal auf Urlaub kommt, bevor es wieder raus geht.

Ja mein lieber [Albert], nun ist es mit meiner Weißheit [sic] wieder einmal wieder vorbei, Du denkst sicher auch, die kann Dir auch nicht einmal etwas liebes nettes schreiben, doch ich kann das nun einmal nicht, ich bin nun einmal bis oben zugeknöpft und ich hoffe ja das [sic] Du mich auch so verstehst, am meisten muß ich immer lachen, wenn Anne sagt, [Ella], es wird jetzt wirklich Zeit das [sic] Du mit [Albert] auf hörst, ich lache dann jedes mal [sic], und frage immer, warum, na Sie muß ja wissen warum, doch mich macht das alles nicht aus. Doch lasse man [Albert], da rüber wollen wir uns jetzt nicht den Kopf zerbrechen, dafür bleibt später noch Zeit genug, doch nun sei herzist [sic] gegüßt [sic] und tausendmal geküßt,

von Deiner [Ella]

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Autor Ella Müller
Korrespondenz Lohbrügge
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Über den Autor

Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil