Im Osten, am 27.4.42.
Meine herzliebe [Ella]!
Landschaftlich gesehen bin ich in ein Paradies gekommen. Ein in Russland sehr bekannter Luftkurort. Herrlich, sag ich Dir. Und außerdem noch weitab vom Schuß.
Ich schrieb Dir doch mal, daß ich meinen Fotoapparat für unverschämtes Geld hätte verkaufen können. Ich wollte es aber nicht.
Und was meinst Du wohl, was war das Ende vom Lied? Man hat ihn mir gestohlen! Junge war ich in Fahrt. Hätte ich den Burschen geschnappt, der hätt ´ne Wucht bekommen, die er in 20 Jahren nicht vergessen hätte. Ich frag mich nun, ist das nun Dummheit oder Pech, daß ich ihn absolut nicht verkaufen wollte?
Wie es mir bei diesem Verein gefallen wird, kann ich ja auch noch nicht sagen. Man muß sich erst eingelebt haben. Hier geht wieder alles kasernenmäßig. Für ´nen Landser der von der Front kommt der kommt sich zumindest komisch vor. Es kostet immerhin schon einige Überwindung, den Drill nicht als Schikane aufzufassen. Doch mir ist das ja nicht neu, ich bin ja lange genug Soldat. Viele Grüsse und Küsse D. [Albert]n
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Albert Müller
Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil