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Briefkorpus

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Hbg Lohbrügge d 5.7.42

Mein lieber [Albert],

ein herrlicher Sommertag neigt sich dem Ende zu, es war so warm, das man im Schatten im Strandanzug nicht aus halten konnte, ich bedauer mich, ja, doch Morgen ist ja nun auch wieder Altag und da gibt es auch kein faulenzen mehr, Gretchen war heute auch hier, wir sind gar nicht aus den Kirschbaum raus gekommen, doch nun mögen wir für heute auch keine Kirschen mehr sehen. Gretchen meint ja nun ihr Jochen kommt bald auf Urlaub, er schrieb, er müßte erst seine Vertretung einarbeiten, also hat Sie ja wenigstens Hoffnung, und Du bist dum, wenn Du nicht auch bald kommst, meint Gretchen, ich würde mich freuen ganz doll, doch so lange wir das noch zu hoffen und zu kriegen haben, doch auf geschoben ist ja nicht aufgehoben und um den Urlaub kannst Dich ja doch nicht drücken, wenn mich dann jedoch nicht sehen willst, mußt bescheid sagen, tu Dir gern den Gefallen, und fahre dann mal ein bischen nach Lauenburg, sicher bin ich in den nächsten Wochen so wie so wieder, zum Bickbeer pflücken, dort. Ich finde ja auch einfach keine Erklärung dafür, warum Du auf einmal nicht mehr schreibst, wo Du doch ganz gut weißt das ich immer auf Post warte oder weißt Du nicht was Du mir schreiben sollst, ich lebe ja nun einmal in der Hoffnung das alle meine Briefe Dich bei guter Gesundheit erreichen, und das es Dir weiter auch recht gut gehen möge, Hals und Beinbruch will ich lieber nicht wünschen, mein Bruder sagt dann immer, das Bein kann ich ja mal brechen. Doch den Hals, das will überlegt sein.

Ja [Albert] was nun schreiben und nicht lügen, Dir was nettes liebes schreiben, weißt ja selbst, das es mir nicht liegt und ich glaub, heute hast Du es auch nicht verdient, weißt ja wer selbst nicht schreibt, kann auch nichts wieder verlangen, doch das soll kein Vorwurf, sein, ich weiß ja nicht wo von es kommt, das Du nicht schreibst, also hoffe ich wieder auf morgen und einen Tag wird dann wohl wieder Post für mir dabei sein. Mein Bruder hat auch noch immer nicht geschrieben und so wiegt alles doppelt. Doch nun wünsch ich Dir auch weiter hin das nur erdenklich gut und hoffe auf ein baltiges gesundes wieder sehen

Deine [Ella]

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Autor Ella Müller
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Über den Autor

Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil