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Hbg Lohbrügge d. 11.7
Mein lieber [Albert],
der Postbote ist wieder weg, also wieder nichts und nun fahre ich erst einmal in die Himmelblauen Bickbeeren, am kommenden Sonnabend bin ich dann wieder zurück. Hoffendlich schafft es ordentlich welche, Du da stehen immer noch welche vom vorigen Jahr, willst nicht mal kommen und sie auf helfen, Du ißt sie doch so gern.
So nun einmal etwas ganz neues. Gretchen’s Georg ist hier auf Urlaub. Fein war, Sie waren gestern bei mir, ich dachte mir sollte der Schlag treffen wie der Feldwebel mit einmal vor mir stand, doch für Gretchen war die Freude doch groß. Nun muß ich wohl mit macht dabei und mein neues Kleid nähen, ich dachte ich könnt noch einen Sommer warten, doch zur Hochzeit da geht es wohl nicht anders. Er meint ja zwar, es ist die größte Dumheit, die er begehen kann, wenn er sich verheiratet, doch wer den Inhalt seiner Briefe gekannt hat, weiß das er nicht so wieder weg fährt, Du Georg ist ja jetzt hier, also jetzt bist Du aber drann, also richte Dich bitte danach. Auch [Albert] dieses warten ist zum verrückt werden, entschuldig, es ist aber wirklich war und es könnte doch alles so schön sein, wenn Du hier bist, doch nun muß ich machen denn der Zug wartet ja bekanntlich nicht und mit dem Rad fahren dazu bin ich auf deutsch gesagt zu faul, die herzlichsten grüßt und noch viel mehr
Dein [Ellachen]
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil