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[LBR-420808-006-01]
Briefkorpus

Hbg Lohbrügge d 8.8.42

Mein lieber [Albert],

heut ist nun wieder eine Woche vergangen. Daß ich zu letzt geschrieben habe und ich hat doch nicht die Absicht, Dich auch so lange auf Post warten zu lassen. Doch immer kommt bei uns etwas anderes dazwischen. Heut war Käthe bei mir und nun ist es wieder spät geworden, und ich so müde. Morgen geht es wieder früh raus. Gretchen will kommen, sich Erbsen pflücken und Jochen und Ihre Eltern kommen am Nachmittag auch, Kirschen holen, von Lauenburg bekommen wir auch noch Besuch, also wird auch dieser Sonntag ausgefüllt sein mit arbeit.

Anne schreibt mir heut eine Karte aus dem schönen Tri Tirol, ich möchte blos mal wissen, wo da das Verbot bleibt, das man nicht reisen darf. Doch Geld regiert wohl doch weiter die Welt. Doch ich freu mich mit Ihr, ich hätt ja doch keine Zeit zu solchen Reisen

Ja und dann mein Bruder, ist schon wieder im Feldlazarett, hat Ruhr. Wenn es mit dem so weiter geht, bringt er wohl die meiste Zeit dort zu. Sonst weiß ich wirklich nichts neues zu schreiben, in den kommenden Wochen kommt für uns wieder eine schwere jedoch auch eine schöne Zeit und wir werden es wohl auch in diesem Jahr schaffen. Das Radio spielt, mein Herz hat Heimweh nach Deiner Liebe, doch zum Grübeln hab ich jetzt doch keine Zeit, geh lieber schlafen und ich hoffe das auch Du recht gut schlafen wirst, und recht nett träumst, und die Deine kleines [Ellachen] nicht ganz vergißt.

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Autor Ella Müller
Korrespondenz Lohbrügge
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Über den Autor

Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil