Im Osten, am 10. August 42.
Mein liebes kleines [Ellachen]!
Jeden Tag hab ich an Dich gedacht. Und als ich von dem furchtbaren Angriff auf Hamburg und Umgebung hörte mit banger Sorge. Ich war eine Zeit lang kommandiert und hatte keine Gelegenheit zum Schreiben. Ich war direkt unglücklich. Gott sei Dank das hätten wir ja wieder mal geschafft. jetzt [sic] wirds auch wieder schön.
Deine Briefe No 18, 19 u. 20 hab ich mit großer Freude erhalten. Ein Päckchen war außerdem noch dabei! Vielen lieben Dank! Ich freu mich ja über jedes Wort was ich von Dir hör. Du, ich hab große Sehnsucht nach Dir. In Gedanken bin ich schon jeden Tag bei Dir auf Urlaub. Aber wir dürfen und dürfen nicht weich werden. Denn es dauert noch lange ehe ich komme. Es ist traurig aber wahr. Doch einmal wir [sic] auch der Tag kommen wo ich dann vor Dir steh Dich in meine Arme nehm und dann in die Augen schau –
Bis dahin wollen wir hart wie Stahl bleiben und von der Vorfreude zehren –
Es grüßt und küßt Dich viele liebe Mal von ganzem Herzen
Dein immer bleibender [Albert].
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Albert Müller
Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil