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[LBR-420818-005-01]
Briefkorpus

Im Osten 18.8.42.

Meine herzliebe [Ella]!

Ich weiß, ich tuhe [sic] Dir weh, indem ich so wenig schreibe. Ach [Ella] es ist ja alles so furchtbar aufreibend. Jeden Tag sieht man die Urlauber fahren und selber kann man nicht dran denken. Ich wollt blos [sic] eins, bei Dir sein. Und wärs nur für einen Tag.

Glaubst Du ich bin in letzter Zeit fähig, Dir Dir [sic] auch nur einen ganz kleinen netten lieben Brief zu schreiben. Ich bin nun eben schon Tag für Tag in Gedanken auf Urlaub. Doch glaub mir, [Ellachen] son Zustand ist schrecklich.

Dein Bruder ist ja reinweg ein Pechvogel. Hoffendlich [sic] ist er inzwischen gesund aus dem Lazarett entlassen.

Mir geht es persönlich noch immer gut. Ach [Ellachen] ich hab blos [sic] Angst, Du könntest auf den Gedanken kommen, ich hätte Dich nicht mehr lieb. Du, dann wär ja wohl die Hölle los.

[Ellachen] hör mal gut zu, die Zeit kommt schon wieder wo Du mehr Post von mir bekommst. Ich bin davon überzeugt daß das ganz selbst wiederkommt.

Anbei lege ich Dir eine Zulassungsmarke für ein Kilo - Paket. Da Dein Bruder ja bei der Infanterie ist, möchte ich Ihm auf diese Weise eine kleine Freude bereiten. Zusagen [sic] brauchst Ihm weiter nichts davon.

Mir war auch oft genug wie ein Infanterist zu mute. Ich weiß wie er fühlt und denkt und wie er sich freut. Weitere Worte sind in Bezug auf der Marke überflüssig. Nicht wahr, [Ellachen]?

So mein liebes Madel [sic] jetzt weiß ich aber wirklich nicht mehr. –

Es grüßt und küßt Dich viele, viele liebe Mal Dein

[Albert]

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Autor Albert Müller
Korrespondenz Lohbrügge
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Über den Autor

Albert Müller

Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil