Im Osten, am 21. August 1942.
Meine liebe süße kleine [Ella]!
Heute erhielt ich Deinen lieben Brief vom 14.8.1942. Hab mich ja so gefreut. Ach Du kleiner Schelm ich möcht Dich [sic] auf der Stelle ’nen Kuß geben. – Du schaffst sicher an einem Tag mehr als ich an zehn. Ich bin ja auch jeden Tag von morgens 5 - bis abends 9. 10 auf den Beinen aber wir passen schon auf das [sic] wir uns kein Bein ausreißen. – Glaub mir [Ella] das Warten lohnt sich. –
Du weißt [Ella] ich bin immer offen und ehrlich zu Dir. Wenn ich Dir nun mal etwas frage, worüber Du villeicht [sic] staunst, dann darfst mir auch nicht böse sein, was [Ellachen]? Woher weißt Du daß ich an zu Hause noch weniger schreibe als ich in letzter Zeit an Dir [sic] geschrieben habe? Dufar, den [sic] Brief den Du mir damals geschrieben hast, hat mich ganz außergewöhnlich aufgeregt. Ich seh jetzt ein, ich war wohl zu hart. –r
Ich freu mich mit Dir, [Ella], daß es Deinem Bruder wieder besser geht. –
Nun habe ich noch eine Bitte an Dich: anbei lege ich Dir einige Negative bei. Davon hätte ich gerne pro Bild fünf Abzüge. Kanst [sic] Du mir die Bilder vielleicht gelegentlich machen lassen? Denn ich hab hier leider keine Gelegenheit dazu.machen
Es grüßt und küßt Dich von ganzem Herzen Dein [Albert].
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Albert Müller
Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil