Hbg Lohbrügge d 27.8.42
Mein lieber [Albert],
Donnerstag ist doch ein feiner Tag gerade wie Sonntag denn es kommt selten vor, das wir da keine Post haben, so erhielt ich zu meiner großen Freude, auch einen Brief von Dir, den vom 21.8.42, er ging verhaltnis mäßig sehr schnell. Na wenn Du denn auch morgens vor fünf auf mußt, so werd ich immer daran denken, wie gut ich es doch hab, denn ich glaub in der Heimat läßt sich alles noch mal solange aus halten und von Bein ausreißen, kann auch bei mir nicht die Rede sein, man ist ja noch jung und da kommt es den Beinen wohl auf ein paa Schritten mehr auch nicht an, wenn sie auch abens oft schmerzen, in der Nacht können sie ja ruhen und am Ende weiß man ja wofür man das alles tut.
Ich glaub die Frage, woher ich weiß, das Du an zu Hause noch weniger schreibst, ist wohl überflüssig, Du hast es in einem Brief selbst mal geschrieben, doch um den her zusuchen, hab ich jetzt keine Zeit. Doch in diesem Fall hast Du recht, ich hab den Kram von jemand anderes erfahren, doch Du darfst es nicht weiter sagen, ich soll es Dir eigendlich nicht erzahlen. Du kennst doch Euern Nachtwächter, davon die Schwester, ist eine Schwägerin, von meine Mutters Schwester, die Besucht uns mit unter und bring das neue von Escheburg dann mit, Dich selbst kennt sie jedoch nicht.sebst
Das mit den Bildern geht in Ordnung, doch in Zukunft sollt Ihr die Bilder besser belichten, die sind so dunkel und das arbeitet sich so schlecht, doch mußt Du Dich noch eine weile gedulden, es dauert ungefär 14 Tage, schick sie dann gleich, doch nun sei viele liebe Mal herzlich gegrüßt und geküßt, träum recht nett von Deiner [Ella]
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil