Im Osten am 9. September 1942.
Mein liebes kleines [Ellachen]!
Ende November komme ich auf Urlaub!!! 10 Wochen noch und dann ist es aber soweit. Du glaubst ja garnicht wie ich mich darauf schon freue. Wenn mir einer 100 000 RM geben würde und dann sagen täte, dafür fähr’ste aber nicht auf Urlaub. Denn tät’ ich glattweg für verrückt erklären.
Sag mal [Ellachen], bist mir doch nicht böse, daß ich in letzter Zeit so grausam wenig geschrieben habe? Denn es ist schon eine ganze Weile her, da ich von Dir ein Busserl bekam! Junge laß mir blos erst bei Dir sein. Ich fühl mich kräftig, als konnt ich Bäume ausreißen. Walter K. soll ja auch auf Urlaub sein. Hätt gar zu gern mal mit Ihm gesprochen. [Ellachen] wie steht es dann bei Euch mit Likör? Der soll ja so knapp sein in der Heimat. Oh [Ellachen] wird daß schön sein: so Glaschen Leckerbissen, bischen schöne Musik – – Du! Das ist garnicht auszudenken – –b
Schönen Gruß u. 100000.00000000000
Dein [Albert].
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Albert Müller
Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil