Hbg Lohbrügge d 12.9.1942
Mein lieber [Albert],
heute Morgen schick ich nun die Bilder ab und nun ist zu meiner großen Freude schon wieder etwas von Dir eingetroffen, die Schokolade, erst wollt ich gleich darüber her fallen, doch lieber nicht, sonst verderb ich erst den Magen und Morgen schmeckt sie sicher noch einmal so gut. erst wollt ich ja schimpfen, denn Du hättes sie sicher auch gern allein gegessen, na den Schaden trägst Du ja allein und mir schmeckt sie gut, sag mal hab ich das eigendlich verdient, das Du immer so nett und auf merksam bist, ich glaub das kaum oder soll ich mir das im nächsten Urlaub erst verdienen, na dann paß man auf, das ich keine Schulden bei Dir hab. Ja so ist das nun wohl, alles dreht sich dasnun um Deinen Urlaub, der Dir noch bevorsteht, ich glaub mit unter, denk ich wirklich schon zu oft an die Zeit. Jetzt sagen ja meine Eltern noch nichts, da zu, doch ich glaub wenn es mal ernst wird, und Du bist wirklich hier, machen Sie es, wie die Eltern von Gretchen ich gib Dir Hundertmark und Du gehst nicht mit ihn aus, doch Gretchen hat damals gelacht und gesagt jetzt grade und ich werd es sicher auch so machen.w
Mein Bruder hat geschrieben er ist südlich vom Ilmensee teilweise eingeschlossen, meine Mutter ist nun so unglücklich, geahnt hab ich es ja schon lange, doch ich hab immer gehofft Sie wird es nicht erfahren, doch ich hoffe ja das auch die bald wieder aus den Kessel rauskommen.er
So, nun mein lieber keiner Junge will ich für heute Schluß machen und hoffen das Dich der Brief bei bester Gesundheit erreichen wird und grüß und küß viele liebe Mal
Deine [Ella].
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil