Im Osten, am 13. September 1942.
Meine herzliebe [Ella]!
Gestern und heute bekam ich Post von Dir. Gestern bekam ich die Karte mit dem kleinen Mädel drauf. Ja [Ellachen], – ich kann Dir nur sagen: Damit triffst Du mich mitten ins Herz.
Heute bekam ich nun die beiden Päckchen vom 20.8.42. [Ella] ich hab mich wirklich gefreut. – Im Urlaub wirst Du mich kennen lernen, denn, wenn Du willst, bin ich immer für Dich da. Meine liebe [Ella] sei dann auch ehrlich zu mir, und sage mir, was Du fühlst und denkst. [Ella], glaub mir, wenn wir uns wirtschaftlich, und häuslich, genau so gut verstehen wie bisher, werden wir von Herzen glücklich miteinander. [Ella] ich glaub ich hab Dir weh getan, als ich Dir schrieb, ich schick Dir keine Zulassungsmarke wieder. Ich schick Dir heute eine! Du [Ellachen] wenn Du die dann Deinem Brüderchen zukommen lassen würdest! Du [Ella] tu’ daß [sic] doch! Ich freu mich dann doch auch. –getha
Liebe [Ella] im Urlaub werd ich Dir alles erzählen. Wenn Du mich dann magst, und ich Dich mag, das heißt: wenn wir beide einsehen daß wir füreinander geschaffen sind, und damit die Liebe zwischen uns rein und klar ist, werden wir uns von meinerseitz [sic] Weihnachten verloben.
In diesem Sinne grüß u. küß ich Dich viele liebe Mal – Dein [Albert].
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Albert Müller
Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil