Hbg Lohbrügge d 20.9.1942
Mein lieber [Albert],
Gestern erhielt ich Deinen lieben Brief vom 13.9. hab vielen herzlichen Dank dafür, ich wollte ja gleich wieder schreiben, doch Mutti meint ich sollt man erst Kuchen backen, damit die Pakete weg kommen, mein Bruder schickt am selben Tag auch eine Marke, und nun hat er ja, mit die von Dir, doppelt, ich weiß nur noch nicht wie ich es Dir danken soll, eigentlich nutzt er es ja selbst, na das wird sich dann wohl auch noch finden, wenn Du mal einen Wunsch hast mußt es mir sagen, ich erfüll ihn Dir gern.
Du ich mag mich garnicht bewegen hab so viel Weintrauben gegessen, mag garkeine mehr sehen, wir hatten Z in den Le letzten Tagen 30 Kisten und da kannst Dir wohl denken das ich ordendlich gefuttert hab, warum schmecken die Dinger auch so gut
Na für Deinen Urlaub hast Du Dich ja manches f vorgenommen, war ich darann schuld, mit meiner Karte, das Du mir diesen Brief geschrieben hast, oder hast Du die Ide schon lange, eigendlich war es von meiner Seite aus nicht so gemeint, ich kauf immer Karten die ich nidich finde, ausgesucht war sie zwar mit bedacht.
Eigendlich wollt ich nun ja mit Dir streiten, von wegen den letzten Satz in Deinen Brief, doch warum streiten, das leben ist so kurz und warum da ich weiß ja nicht, ob es Deine feste über zeugung ist, was Du schreibst, doch der Mensch denkt Gott lenkt, und wer weiß wo Du Weinachten bist. Ich glaub nicht das un Du mich magst, denn ich kann mich nicht denken, das ich besonders gut schmecke aus Schokolade bin ich auf keinen Fall, doch nun sei vielmals gegrüßt und laß Dich bald mal hier sehen
Dein [Ellachen]
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil