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[LBR-420925-005-01]
Briefkorpus

Im Osten am 25. September 1942.

Meine liebe kleine [Ella]!

Jetzt habe ich schon drei Tage Post von Dir bekommen. Jeden aben [sic] kam ein Brief. Die Briefe sind am 12. am 15. und der Luftpostbrief ist am 20.09. geschrieben.

Was die Schokolade anbetrifft: Die Hauptsache ist sie hat gut geschmeckt! Alles andere ist Nebensache.

So Du meinst wenn es erst mal ernst wird, wie Du sagst, mit uns beiden, würden Deine Eltern Dir lieber hunder [sic] Mark geben, als Dich mit mir ausgehen lassen? Warum denn? Wenn es Deine Eltern es so machen sollten, geb ich Dir noch ’ne Mark mehr. –

Ich hoffe ja, daß Dein Bruder inzwischen aus [der] heiklen Ecke wieder raus ist.

In Deinem Brief vom 15.9. mochtest Du ja einen Luftsprung machen können. Einfach fabelhaft wär das ja. Ich tät Dir auch einen ganz prima Bohnenkaffee kochen!

Ich will es aber, wenns irgend möglich ist, so einrichten, daß ich Weihnachten noch Urlaub hab und nicht gerade kurz vorher wieder weg muß.

Doch eines mußt Du mir sagen: Was habe ich am Schluß meines Briefes vom 9.9. den [sic] vergessen. Ich weiß garnicht mehr genau was ich da eigendlich [sic] geschrieben habe. –

Und nun zu Deinem Luftpostbrief.

Gewiß [Ellachen], ich hab auch ’nen Wunsch. ganz großen sogar. Wenn ich Dir mal eine Kleinigkeit schicke, was mir sowieso selten möglich ist, dann möchte ich weiter nichts hören, wie: Ob Du Dich gefreut hast oder nicht.

An meine Vorhaben im Urlaub scheinst Du ja stark zu zweifeln. Na auch gut. Ich will Dir [sic] ruhig bei Deinem Glauben lassen. Aber wir werden sehen wer recht behält. Die Karte war nicht dran schuld obwohl ich kleine [sic] furchtbar lieb hab. Die kriegen von was sie wollen. Für den letzten Satz wirste im Urlaub übers Knie gezogen, Du Schelm!! Es grüßt und küßt

Dein [Albert].

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Autor Albert Müller
Korrespondenz Lohbrügge
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Über den Autor

Albert Müller

Albert Müller wurde 1919 geboren. Seine Familie kam aus Escheburg in Schleswig-Holstein. Auch in anderen schleswig-holsteinischen Orten hatte er Verwandtschaft. In seinen Briefen machte Albert Müller oft Andeutungen, dass es Geheimnisse bezüglich seiner Eltern gebe, die er erst später preisgeben

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil