Hbg Lohbrügge d 29.9.1942
Mein lieber [Albert],
Deinen Lieben Brief vom 25.9 hab ich dankent erhalten, daß Du von mir täglich Post bekommen hast, ist ja fein, doch bekanntlich, ist ja, all zu viel ungesund, doch die Haubtsache ist ja, es magt Dir Freude und ich hoffe ja, das es Dir genau soviel Freude bereitet als wie mir, wenn ich langweilig werd muß es mir schreiben. Du kurz noch ein mal zu dem Teil zurück wo ich an nahm, das meine Eltern mir lieber hunder Mark geben, als mit Dir ausgehen lassen, Du schreibst da, Du gibst mir noch ne Mark zu, damit ich nicht mit gehe? Oder damit ich mit gehe? ich find eine Mark ist ein bischen wenig, überhabt mit Geld kannst mich im augenblick garnicht meinen.
Ja raus ist mein Bruder aus heiklen Ecke, er ist so gar schon auf deutschen boden, er ist in Allenstein in Ostpreußen, doch er kommt noch weiter nach Deutschland er schreibt immer ihm geht es sehr gut, nur das Bein sieht schlecht aus, und Fieber hat er auch, nah, ich glaub es ist doch schlimmer wie er angibt, das beste ist, man überzeugt sich einmal selbst, die Briefe kommen mir immer so verschleiert vor.
Und was schreibst Du da Bohnenkaffee, willst Du kochen, na ich will mal annehmen, Du kannst es, aber wo willst bloß den Kaffee her nehmen, in Deutschland gibs so etwas nicht mehr, oder hast Du etwar welchen.
Die Sache mit Deinem Wunsch versteh ich nicht ganz scheinbar soll ich, na laß man ist schon gut.
Ich freu mich nun schon so auf Deinen Urlaub und scheinbar gibt es dann doch nur Keile, wie oft willst Du mir schon übers Knie ziehen, die Haubtsache das Du es nicht vergißt brauchst keine Angst haben, ich sag kein Wort die Haubtsache ist ja nun aber, das Du kommst das andere findet sich dann schon, bis dahin alles Gute
Dein [Ellachen]
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil