Weida d. 18.10.42
Mein lieber [Albert]
Du bist ja nun in dieser Woche mit Deiner Post viel zu kurtz gekommen doch keine Angst es wird bald wieder besser morgen Abend geht es Hbg entgegen Du ich freu mich so auf zu Haus wenn die Leut auch sehr nett zu mir sind immer mocht ich hier nicht Leben Du ich freu mich ja schon so auf die Post von Dir wenn ich auch garnicht weis ob ich welche bekommen hab mir kommt es vor als hatte ich schon ein ganzes Jahr nichts mehr von Dir gehört doch dafür hatt mein Brüderchen es ja jetzt besser ich darf jeden Nachmittag zu Ihm und er glaubt immer Morgen darf er aufstehen doch der Artzt meint darauf vergeht noch eine Zeit das macht ja nichts die Haubtsache es wird einmal wieder Doch Du weißt ja wie das ist, in Rußland möchte man gern ein Bett und nun ist es schon wieder zu viel, doch nun will ich sehen das ich noch ein par Blumen für Ihn bekomme Dir wünsche ich bis Mittwoch alles Gute dann schreib ich von zu Haus
Dein [Ellachen]
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil