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[LBR-421024-006-01]
Briefkorpus

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Hbg Lohbrügge d 24.10.42

Mein lieber [Albert],

Soeben komme ich aus Escheburg, war heute Nachmittag ein bischen hinüber gefahren Irene bat gestern darum Es ist ja nun schon wieder spät doch ich will und muß Dir doch heute noch einmal schreiben, was denkst Du blos von den Brief vom 23.10. Du denkst wohl auch ich bin schon halb verrückt. Doch der gute Wille war schon da einen ordendlichen Brief zu schreiben, doch die Schneiderin kam da zwischen und hielt mich noch ein bischen auf und da mußte ich dann auch schon machen Irene durfte auf keinen Fall den Zug versäumen Du entschuldigst doch den Brief bitte. Bei Euch in Escheburg war ja wieder allerhand los freu Dich nur das Du nicht da zwischen warst hättes Dich grade nicht eine Minute wohl gefühlt so wie ich, erstens war der allte Wachmann, weist doch der Willi, den Du so gut leiden kannst, da, und dann der jetzige mit seiner Frau, Mutter sagt Artur zu Ihm, lange wird es wohl auch nicht mehr dauern und die zwei stehen auf Du und Du. Das eine kann ich Dir Heute schon sagen, wenn bei mir später auch so viele kommen ich schmeiß alles kopfüber raus und wenn alle sagen, ich bin ein Drachen, in meinem Haus hab ich etwas zu sagen, bei Euch daheim scheint es mir nicht der Fall zu sein. Im übrigen möcht ich doch blos einmal wissen was dieser Willi eigendlich von Martha will, scheinbar hast Du doch bessere Augen im Kopf wie ich, mir kommt die Ssache bei kleinen doch ein bischen Spanisch vor, ob der Hampelmann denn schon geschieden ist, doch ich muß schon sagen, als Schwager kann ich mir manch andern besser vorstellen, doch reden kann er ja genug und im übrigen muß muß Marta ja auch allein wissen was Sie tut, gewarnt hab ich Sie vorsichtig und gründlich, denn ich glaub son Menscht wird ein schnell über. Und der andre Wachmann hat bei Euch ja wieder eine warme Stube gefunden. Bei Anne war ich auch noch, die Kleine ist einfach goldig, ich glaub die würde Dir auch schon gefallen, doch wenn Du wieder in Urlaub kommst, ist Sie sicher noch viel nidlicher. Du Anne hat mich gefragt, ob ich nicht mit nach Tudi reisen will. Sie ist dort irdendwoh an der Ostsee, ich hatte ja im Augenblick wahre Lust da zu, doch ich wollt Dich doch erst lieber fragen, was Du dazu meinst und wenn ich jetzt darüber nach denke, muß ich mich fragen, was wollen wir im Winter dort? Du brauchst nun nicht etwa annehmen, das wir dort wieder was anstellen, Du weißt doch, ich bin Dein kleines [Ellachen] und obendrein Deine Frau, worauf Du Dich verlassen kannst, doch im Augenblick hab ich garkeine Lust mehr mit Anne, hätt ich nicht doch blos nicht vielleicht gesagt, was meinst Du, soll ich lieber hier bleiben in solcher Zeit. Weißt Du wenn sich nun jedoch von unserm Urlaub her noch etwas einstellen soll, ist es ja ganz klar das ich hier bleib und ich hoffe es heute mehr denn je, oder hab ich bei Euch wieder zu viel gegessen rührt es daher, na der Groschen muß ja dann bald fallen und ich würde mich doch wirklich ganz doll zu dem Kleinen freuen, hoffendlich hab ich dann die Kraft damit fertig zu werden.

Hier bei uns ist es jetzt mit einmal Herbst geworden, alle Bäume sind bund doch die Buchen bei Euch sind am hübschten.

Du der Willi ist heut mit mir nach Bergedorf gefahren was sagst da zu oder bist eifersüchtig, war sehr anregend, ich hab kein Wort sagen können geredet hat er und das ist bei meinem Mund werk wirklich schon eine leistung. Von Escheburg soll ich auch schön grüßen Sie sind im Augenblick bei den Maiblumen nach her schreiben Sie auch mal wieder selbst. sonst gibt es bei un auch weiter nichts neues Fliegeralarm haben wir oft doch wir kommen immer mit dem blauen Auge davon wenn ich morgen Post hab schreib ich gleich einmal wieder doch nun sei vielmals von Herzen gegrüßt und geküßt Dein [Ellachen]

wenn ich Dir alles schreib was ich machte bin ich Morgen früh noch nicht fertig

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Autor Ella Müller
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Über den Autor

Ella Müller

Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb

Über die Korrespondenz

Lohbrügge

Fotografie einer handgeschriebenen Liste mit Zahlen, aus dem Konvolut Lohbrügge, die Briefdaten sortiert.

Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil