Hbg Lohbrügge d 25.10.1942
Mein lieber [Albert],
Von meiner Reise bin ich gut wieder daheim angekommen ich hatt mich ja vorgenommen gleich zuschreiben doch ich bin ganz traurig es war von Dir in der ganzen Zeit kein liebes Wort gekommen und nun kannst Dir ja denken das ich jeden Tag warte heut gibs ja nichts doch ich hoffe auf Morgen oder kommst am Ende selbst Du das war ja einfach nicht aus zu denken.
Im November will Mutti nun zu Werner wenn er es auch nicht haben will. Gestern schreibt er einen Brief es geht Ihm wieder schlechter wäre ich blos noch noch da geblieben er hat es im Hals und ist jetzt ganz allein gekommen Wir hoffen ja es ist nichts ernstes.
Besuch haben wir heut auch und Gretchen will auch noch kommen und so finde ich nur wenig Zeit zum schreiben doch Du sollst ja nun nicht auf etwas so lange warten doch wer weiß was Dich dazu veranlaßt ich weiß ja wenn Du kannst schreibst Du. Das Wetter ist heute schön nur schon ein wenig kalt Der Winter magt sich auch bei uns bemerkbar. Viele herzliche Grüße und Küße Deine auf Dich wartende
[Ella].
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Ella Müller
Ella Müller, geb. Schumann, wurde 1921 geboren. Ihre Eltern hatten in Lohbrügge einen Selbstversorgerhof mit Kleintierhaltung, vertrieben ihre Produkte in einem kleinen Laden und auf dem Großmarkt. Sie hatte einen Bruder, der auch Soldat bei der Wehrmacht war. Sie war sehr eingebunden in den Betrieb
Lohbrügge
Der Briefwechsel von Ella und Albert Müller befindet sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Erhalten sind fast 900 Briefe und Postkarten. Gesammelt wurden sie von Ella Müller, die Briefe von ihrem Ehemann, aber auch von Familienangehörigen aufbewahrte, zum Teil