Hbg.-Bergedorf, d. 1.7.40.
Mein lieber [Heinrich]!
Ich bin im Geschäft heute gar nicht dazu gekommen, Dir einige Zeilen zu schreiben. Da hole ich es jetzt auf der Post nach. Hoffentlich kommen heute nacht die Engländer nicht, denn mit Oma nachts ist es wirklich nicht schön. Einmal will sie nicht aufstehen. Wenn man sie dann so weit hat, dann will sie sich nicht anziehen. Letzte Nacht hatte sie nur ihr Nachthemd u. Muttis Mantel über. Ich habe sie dann im Keller in den Liegestuhl in Papas Lodenmantel eingehüllt. Sie sagt immer: Nichts kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren. Günter hatte natürlich wieder nichts gehört. Herr I. hat hinter unserem Fenster gerufen. Kommst Du am Mittwoch?Hat
Herzliche Grüße
Deine [Hannelore]
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Hannelore Wilmers
Hannelore Wilmers, geb. Baumann, wurde 1917 geboren, sie lebte bis 1999. Sie war Tochter eines Lehrers und seiner Frau in Neuengamme. Ihr jüngerer Bruder war bei der SS. Hannelore Wilmers besuchte das Luisen-Gymnasium in Hamburg-Bergedorf. Dann arbeitete sie in einer Motorenfabrik als
Neuengamme
Die Briefe von Hannelore und Heinrich Wilmers befinden sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Über 1600 Briefe und Karten wurden von den Autoren nummeriert, sortiert und sorgfältig zu je 100 Stück gebündelt aufbewahrt. Die von Hannelore Wilmers verwahrte Feldpost