48.
9.XII.1940.
Meine liebe [Hannelore]!
Ich bin noch gar nicht gestimmt, Dir schon einen Weihnachtsbrief zu schrieben. Da aber die Päckchen an die Heimat spätestens in dieser Woche aufgegeben werden müssen, bleibt mir kein späterer Termin offen.
Ich wünsche Dir, meine süße [Hannelore], recht frohe Weihnachten! Leider habe ich den Weihnachtsmann nicht so beauftragen können, wie ich schon möchte. Möge er Dich von anderer Seite auch beschenken. Du weißt ja selbst um die Schwierigkeit, Geschenke passender Art zu erlangen. Soviel es mir überhaupt möglich war, habe ich mich bemüht, etwas zu bekommen, um Dir wenigstens ein Päckchen zu Weihnachten schicken zu können. Hoffentlich kommt die Post heil an. Die Schokolade ist auch nur durch Zufall erworben; wie sie schmeckt, weiß ich selbst nicht. Ich wollte, ich hätte diesen Brief vergebens geschrieben und könnte Dir persönlich ein frohes Fest wünschen. Weil ich aber nicht damit rechnen darf, so wünsche ich Dir, Deinen Eltern und Günter
fröhliche Weihnachten.
Herzliche Grüße
Dein [Heinrich].
Erst am 24.12.40 öffnen!
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Heinrich Wilmers
Heinrich Wilmers wurde 1907 geboren. Seine Eltern waren Bauern in Niedersachsen. Er und seine Geschwister waren sehr in die Arbeit auf dem Hof eingebunden. Er hatte zwei Schwestern und drei Brüder, die ebenfalls zur Wehrmacht eingezogen waren. Ein Bruder fiel 1944. Heinrich Wilmers war Lehrer, erst
Neuengamme
Die Briefe von Hannelore und Heinrich Wilmers befinden sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Über 1600 Briefe und Karten wurden von den Autoren nummeriert, sortiert und sorgfältig zu je 100 Stück gebündelt aufbewahrt. Die von Hannelore Wilmers verwahrte Feldpost