63.
26.XII.40.
16.I.40 [*]
Meine liebe [Hannelore]!
Heut wird nun das gestern in Angriff genommene Werk fortgesetzt. Ich möchte Dich gerne durch einen rollenden Eingang von Päckchen in ein freudiges Erstaunen versetzen. Gewiß wirst Du die Frage aufwerfen: wofür hat er diese Wolle überhaupt denn vorgesehen? Du hast aber ja die Auswahl der Farben mir überlassen, Dir überlasse ich nun die zweckvolle Verwendung der Wolle.
S. sagt, daß diese rosa Wolle vielverheißend in die Zukunft deutet. Findest Du es auch? - Heute haben wir einen Hans Moser Film: „Meine Tochter lebt in Wien“ gesehen. Leider riß der Filmstreifen mehrfach, was stets störend wirkte. Ich war überhaupt nicht sehr begeistert davon. Nun ist Weihnachten bald dahin, jetzt ist es 19 Uhr. Gleich wollen wir Abendbrot essen. Dann will ich noch ein Päckchen packen und ein wenig lesen.
Herzliche Weihnachtsgrüße
Dein [Heinrich].
[* = andere Handschrift, wohl notiertes Empfangsdatum]
- Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
Heinrich Wilmers
Heinrich Wilmers wurde 1907 geboren. Seine Eltern waren Bauern in Niedersachsen. Er und seine Geschwister waren sehr in die Arbeit auf dem Hof eingebunden. Er hatte zwei Schwestern und drei Brüder, die ebenfalls zur Wehrmacht eingezogen waren. Ein Bruder fiel 1944. Heinrich Wilmers war Lehrer, erst
Neuengamme
Die Briefe von Hannelore und Heinrich Wilmers befinden sich im Archiv des Kultur- und Geschichtskontors in Hamburg-Bergedorf. Über 1600 Briefe und Karten wurden von den Autoren nummeriert, sortiert und sorgfältig zu je 100 Stück gebündelt aufbewahrt. Die von Hannelore Wilmers verwahrte Feldpost